Latent Fiction

with
Jimmie Durham, Michael Franz, Ulrich Hakel, Marie von Heyl, Martin Kohout, Mirja Reuter, Joseph Walsh

curated by Mika Schmid
April 08 - May 20, 2016
OPENING: April 07, 6pm - 9pm

(please scroll down for english version)

Latent Fiction reflektiert über die Ambivalenz die sich einstellt, wenn man Beobachter und Teil eines Systems zugleich ist. In ihrer Zusammenstellung bilden die hier gezeigten Arbeiten einen Spannungsraum für die Spielarten des Wunsches und des Begehrens.

Wünschen oder Begehren bedeutet, ein Gefüge konstruieren: Gilles Deleuze spricht davon, dass es keine isolierte Betrachtung dessen gibt, was für den Wunsch gehalten wird (Abécédaire: désir). Das Begehren richtet sich immer auf einen ganzen Zusammenhang von Elementen und steht in enger Wechselbeziehung auch zu einem gesellschaftlichen Feld in dem es in Erscheinung tritt.

Gleichzeitig fließt das Begehren, ist Erfindung und Experiment und liegt demnach allen produktiven Prozessen zugrunde. Es kanalisiert sich als Antrieb für das Künstlerische, genauso wie es sich in industriellen Produktionsweisen manifestiert. Als Objekt reproduziert es sich da, wo es in den vorgesehenen Kontexten, Architekturen und Displays inszeniert wird weiter – und wird so Marker von sozialen Beziehungen.

Die Künstlerin/der Künstler kann in diesem Gefüge Verschiebungen erzeugen und im Moment der Umwandlung unserer konkreten Realität auch deren Absurdität offenlegen.

Teilnehmende Künstler sind Jimmie Durham (*1940), Michael Franz (*1974), Ulrich Hakel (*1973), Marie von Heyl (*1981),  Martin Kohout (*1984), Mirja Reuter (*1986) und Joseph Walsh (*1978)


Latent Fiction reflects on the ambivalence of the individual being viewer and part of a system simultaneously. The assemblage of work sparks a dialog between the various meanings of wish and desire.

To wish or to desire entails the construction of a framework – Gilles Deleuze speaks of the absence of isolated perception in what is defined as a wish (Abécédaire: désir). Desire will always address an entire construct of elements and is in close correlation to a societal field in which it exists.

At the same time desire flows, is invention and experiment, and essence of all productive processes. It is a canalized catalyst for the artistic as well as industrial production. As an object, it further reproduces itself there where it is staged: in designated contexts, architectures and displays, hereby becoming a measure for social relationships.

The artist can trigger shifts within these constructs and lay bare the absurdity of our concrete reality during the moment of its transformation

Participating artists: Jimmie Durham (*1940), Michael Franz (*1974), Ulrich Hakel (*1973), Marie von Heyl (*1981),  Martin Kohout (*1984), Mirja Reuter (*1986) und Joseph Walsh (*1978)